„ Ach, so?! = あっ、そう!? “

Hiroyuki Araki, Jun Azumatei, Tatsuya Fujii, Yasuda Sachigusa
21. Juli – 8. August 2010
Eröffnung: Mittwoch, 21. Juli 2010, 20 Uhr
Die Künstler sind anwesend.
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 17–19 Uhr
Ausstellung: 21. Juli – 8. August 2010


„Ach, so?!“
Das Künstlerhaus FRISE lädt vier japanische Künstler ein, ihre Arbeiten in Hamburg zu präsentieren, damit wird die Tradition der guten Beziehungen zwischen dem Künstlerhaus und japanischen Künstlern gepflegt und fortgesetzt. Die Arbeiten der vier Japaner ermöglichen auf Hamburger Boden im Sinne eines kulturellen Austauschs einen Einblick in die Verschränkung moderner künstlerischer Medien oder europäischer Kunstkonzepte mit traditionellen östlichen Motiven. Der deutsche Ausdruck „Ach so“ wird übrigens mit derselben Phonetik und Bedeutung auch im Japanischen verwendet.

Hiroyuki Araki

Hiroyuki Araki entwickelt aus der Auseinandersetzung mit europäischer abstrakter Malerei und Theorie einen eigenen Umgang mit minimalistischer Malerei. „Painting is realized with maximal expression and minimal method.” Scheinbar monochrome Bilder sind aus vier bis fünf Farben komponiert und transportieren Bedeutung über Material und Technik. Ähnlich wie Gerhard Richter ist Araki überzeugt, dass der Minimalismus bedeutsame Möglichkeiten für die Kunst in sich birgt.

Jun Azumatei

Jun Azumateis zarte Malerei stellt die Erde auf den Kopf. Wolkenbilder oder das nahezu abstrakte Geflecht der Kirschblüte werden horizontal unterhalb der Augenhöhe des Betrachters präsentiert. Damit wird das gewohnte Wahrnehmen dieser Naturbilder umgekehrt. Die Kirschblüten, die er malt, fotografiert er zunächst in der Natur. Wie persönliche Souvenirs werden die Motive nach Hause getragen, um dann in ein anderes Medium und eine andere Ästhetik übersetzt zu werden. Der Künstler lebt momentan als Stipendiat in Basel.

Tatsuya Fujii

Tatsuya Fujii beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit von Bräuchen und Traditionen. Mikan, die Mandarine, ist die beliebteste Frucht in Japan und Teil familiärer Bräuche. Ihr Konsum ist jedoch zurückgegangen, was Fujii auf die sich lösenden Familienbande in der heutigen Gesellschaft zurückführt. Aus Mandarinen stellt er Kohle her, die er in seinen Installationen verwendet. Dieses Material ist geeignet, die Vergänglichkeit und zugleich Spuren des Lebens zu vermitteln. Die philosophischen Konnotationen der Farbe schwarz spielen im Werk des Künstlers auch darüber hinaus eine elementare Rolle.

Yasuda Sachigusas

Yasuda Sachigusas komplexe Fotoarbeiten sind mit ihrer Dynamik und Fortschrittsbezogenheit im Vergleich zu den anderen Künstlern viel stärker in der Gegenwart oder eher noch in der Zukunft verankert. Aber auch sie fordern die Wahrnehmung des Betrachters heraus. Extreme Perspektiven aus der Höhe auf einen wahnwitzig gewachsenen Wald aus Wolkenkratzern geben einen Vorgeschmack auf endlose Architekturmeere und den Menschen, der die Schwerkraft und Höhenangst überwinden kann und einen höchsten Turm nach dem anderen baut. Der Fortschritt bezieht sich hier sowohl auf das künstlerische Objekt als auch auf die künstlerische Technik, die verwendet wird.